Einrichtungsstil der 1940er Jahre

Die 40er Jahre - ihre erste Hälfte wurde überschattet vom Zweiten Weltkrieg, ihre zweite Hälfte war geprägt von Mangel, Improvisation und Wiederaufbau. Dennoch hat gerade der Stil der 40er rückblickend einen ganz eigenen Charme.

Die Küche von damals

Die Küchen waren meist einfach möbliert. Das sogenannte Büfett erlebte seine letzte Glanzzeit. Das Küchenbüfett war zumeist ein zweiteiliger Funktions-Küchenschrank, bestehend aus Unterteil und Aufsatz. Den Aufsatz bildete gewöhnlich eine mittige Glasvitrine, flankiert von verschlossenen Abstellflächen. Auch dekorative gläserne Schübe für Mehl, Zucker und Salz fanden hier ihren Platz. Das Unterteil diente als Stauraum für Töpfe und Teller. Schubladen bargen das Besteck. Oftmals war ein separater Brotkasten integriert. Das Küchenbüfett von einst war nicht nur recht pfiffig durchdacht, es war auch durchaus dekorativ.
Ergänzt wurde die Kücheneinrichtung gewöhnlich noch von einem soliden Tisch und der benötigten Anzahl einfacher Holzstühle. Zusätzlich fand sich zumeist noch ein holzbefeuerter Beistellherd in der Küche.

Die „gute Stube“

Auch in der guten Stube ging es zwar bescheiden aber sehr solide zu. Ein bis zwei der damals beliebten Ohrensessel dienten als Ergänzung des gemütlichen Sofas. Bezogen waren die Polstermöbel gern und oft mit rotem Samtstoff. Die Formen der Polstermöbel waren geschwungen. Große Zierkissen, oft bestickt oder behäkelt, dienten als Dekoration. Komplettiert wurde die Wohnzimmereinrichtung durch schwere Vitrinen und Anrichten, zumeist aus dunklem Holz. Es ging gesittet zu, in den Wohnzimmern der 40er. Als Unterhaltungsquelle der ganzen Familie diente in jener Zeit vorwiegend der Volksempfänger.
Die guten Stuben dieser Tage mögen auf den heutigen Betrachter etwas dunkel und freudlos wirken, man bedenke aber, dass die Menschen jener Zeit dunkle Farben und schwere Materialien mit Qualität und Langlebigkeit assoziierten.

Schlafzimmer Anno 1940

Holz herrschte auch im Schlafzimmer vor. Betten und Kleiderschrank waren wuchtig und gewöhnlich im gleichen Stil gefertigt. Meist gehörte noch ein Waschtisch zur Schlafzimmereinrichtung. Gehobenere Haushalte leisteten sich eine „Frisierkommode“. Dieser Schminktisch der 40er war ausgesprochen praktisch: Auf einem Untersatz, bestehend aus Schubladen und verschließbarem Stauraum, befand sich ein großer, dreiteiliger, verstellbarer Spiegel, der es ermöglichte, sich aus allen erdenklichen Blickwinkeln zu betrachten.

Ist das Schlafzimmer der 40er bis dahin unserer heutigen Einrichtung nicht ganz unähnlich, so gilt das folgende Möbelstück heute als praktisch ausgestorben: die Wäschetruhe. Die Wäschetruhe diente als Lagerstätte für Bettwäsche, Handtücher und dergleichen mehr. Befand sie sich im Besitz eines unverheirateten Fräuleins, so barg sie unter dem Namen „Aussteuertruhe“ die für die Ehe vorbestimmte Mitgift.

Man legte Wert auf massive Qualität in jener Zeit. Möbel wurden angeschafft, um ein Leben lang zu halten. Diese Weitsicht hat sich ausgezahlt, denn so macher Ohrensessel aus den 40ern hat es immerhin bis in unsere heutigen Wohnzimmer geschafft!